Statusbericht EU-Winterpaket III: Die Gebäudeeffizienz-Richtlinie (EPBD) - DWR eco
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Statusbericht EU-Winterpaket III: Die Gebäudeeffizienz-Richtlinie (EPBD)

Die Gebäudeeffizienz-Richtlinie ist Teil des „Winterpaketes“, oder auch „Clean Energy Package“ der EU. Auf EU-Ebene ist die Richtlinie bereits beschlossen, nun wird sie durch die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt. Somit ist die Gebäudeeffizienz-Richtlinie eine von insgesamt vier Dossiers bei denen bereits eine politische Einigung bewirkt werden konnte. Weitere vier Gesetzesvorschläge sollen noch ausgearbeitet werden. Nachdem wir die Erneuerbare-Energien-Richtlinie, sowie die Energieeffizienz-Richtlinie vorgestellt haben, hier die wichtigsten Neuerungen der Gebäudeeffizienz-Richtlinie.

Welchen Beitrag kann eine verbesserte Gebäudeeffizienz leisten? 36% aller CO2-Emissionen gehen vom Gebäudesektor aus. 50% der Energie wird zum Heizen und Kühlen verbraucht, 80% davon in Gebäuden. Somit ist die Novellierung der Gebäudeeffizienz-Richtlinie ein wichtiger Faktor für langfristige Einsparungen in den Bereichen Treibhausgasemissionen und Energie.

Langfristige Sanierungen

Kostenwirksame Sanierungen können die Gebäudeeffizienz deutlich steigern. Um das Energieeffizienz-Ziel von 32,5% bis zum Jahr 2030 zu erreichen, ist eine durchschnittliche Sanierungsrate von 3% pro Jahr nötig. Die Mitgliedstaaten sollen langfristige Renovierungsstrategien (die bis zum Jahr 2050 reichen) erarbeiten. Rücksicht soll dabei auf Verbraucher, die von Energiearmut betroffen sind und den sozialen Wohnungsbau genommen werden. Die EU setzt sich das Ziel Energiearmut auf gesamteuropäischer Ebene zu verringern. Es bleibt jedoch den Mitgliedstaaten überlassen nationale Maßnahmen zu ergreifen.

Förderung der Elektromobilität

Neu ist die Integration der Elektromobilität in dem Themenbereich Gebäudeeffizienz. Bei Sanierungsvorhaben soll die Elektromobilitätsinfrastruktur mitberücksichtigt und integriert werden. Bei neuen oder zu renovierenden Nichtwohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen muss mindestens eine Ladesäule installiert werden. Zudem soll jeder fünfte Stellplatz mit der notwendigen Verkabelung für Ladesäulen ausgestattet werden. Bis 2025 müssen die Mitgliedstaaten eine Mindestanzahl von Ladepunkten für Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätze definieren. Bei Wohngebäuden sieht die Richtlinie lediglich eine Förderung der Ladeinfrastruktur vor.

Intelligente Gebäude-Systeme

Um das Ziel einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40% bis 2030 zu erreichen, setzt die EU neben Gebäuderenovierungen auf den Einbau intelligenter Systeme, wie zum Beispiel Smart Home-Anwendungen. Mit Hilfe der Digitalisierung und Automatisierung von Systemen soll die Energieeffizienz gesteigert werden. Durch die Vernetzung verschiedener Geräte und der intelligenten Steuerung des Verbrauchs können Energiesparpotenziale besser gehoben, sowie Kosten gesenkt werden. So sorgt die Digitalisierung für mehr Transparenz für den Verbraucher und hilft dabei besonders stromintensive Geräte zu identifizieren. Bis Ende 2019 wird die Europäische Kommission einen „Intelligenzindikator“ für Gebäude erarbeiten. Dieser bewertet die Anpassungsfähigkeit von Gebäuden an die Erfordernisse der Bewohner und des Netzes. Die Einführung dieses Indikators ist für Mitgliedstaaten freiwillig.