Statusbericht EU-Winterpaket II: Die Energieeffizienz-Richtlinie - DWR eco
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Statusbericht EU-Winterpaket II: Die Energieeffizienz-Richtlinie

Die Energieunion wird derzeit auf Vorschlag der Europäischen Kommission vom 30. November 2016 überarbeitet. Insgesamt wurden 8 Dossiers vorgelegt. Nachdem wir letzte Woche die Erneuerbare-Energien-Richtlinie vorgestellt haben, möchten wir in diesem Beitrag die Energieeffizienz-Richtlinie vorstellen. Für diese Richtlinie konnte im Zuge des 6. „informellen Trilogs“ Ende Juni eine politische Einigung zwischen Kommission, Parlament und Rat erlangt werden. Nun steht der formale Beschluss des Europäischen Parlaments und Ministerrats aus. Anschließend sind die EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet innerhalb von 18 Monaten die Richtlinie in nationales Recht umsetzen. Im Folgenden die wichtigsten Einigungen.

Gesamtziele

Beschlossen wurde ein indikatives und somit nicht bindendes Effizienzziel von 32,5%. Dies bedeutet eine Erhöhung gegenüber dem bisherigen 27%-Einsparziel von 2014. Dieses sogenannte „Headline Ziel“ soll auf gesamteuropäischer Ebene bis 2030 erreicht werden. Im Vergleich zum Jahr 2005 entspricht dies einer Senkung des Energieverbrauchs um 20%. Wie bei der Erneuerbare-Energien-Richtlinie sollen im Jahr 2023 der Zielwert und bisherige Fortschritte überprüft und gegebenenfalls das „Headline Ziel“ nach oben korrigiert werden. Auf nationaler Ebene konnte man sich auf die reale Einsparvorgabe von 0,8% pro Jahr einigen. Hier kann man allerdings nicht von einer Steigerung des bisherigen Ambitionsniveaus sprechen. Zusätzlich sollen CO2-Emissionen bis 2030 um 40% reduziert werden.

Gebäudeeffizienz

Stärker in den Fokus gerückt wird die Gebäudeeffizienz. Energieeinsparungen durch Gebäudesanierung können in Zukunft in allen Mitgliedstaaten angerechnet werden. Um langfristig Null-Energie-Gebäude zu fördern, sollen Anreize für die Sanierung von Gebäuden geschaffen werden. Berücksichtigt wird die soziale Dimension von Gebäudesanierung. Bewohner von Sozialwohnungen sollen möglichst wenige Kosteneffekte durch Gebäudesanierung zu spüren bekommen.

Primärenergiefaktor

Außerdem sieht die Richtlinie eine Anpassung des Primärenergiefaktors (PEF) für Strom vor. Der PEF gibt an, wie viel Primärenergie benötigt wird um eine Einheit Endenergie (Elektrizität, Wärme) bereitzustellen. Der Faktor ist somit ein wichtiger Indikator zur Messung der Effizienz und Klimaverträglichkeit verschiedener Technologiepfade bzw. Energieträger. Der seit 2006 gültige Faktor für Strom von 2,5 ist im Zuge der Überarbeitung der Richtlinie auf 2,1 gesenkt worden. Diese Neubewertung ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass der Europäische Strommix zunehmend auf erneuerbaren Energien basiert und strombasierte Energiesysteme zu steigenden Primärenergieeinsparungen führen. Durch den Schritt könnte besonders ein Anreiz für den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen ausgehen.