Die Erde am Limit: Earth Overshoot Day 2018 so früh wie nie - DWR eco
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Die Erde am Limit: Earth Overshoot Day 2018 so früh wie nie

Wenn man das Wort „Nachhaltigkeit“ googelt, erscheinen über 22,6 Millionen Ergebnisse. Der Begriff und dessen Bedeutung sollte dementsprechend jedem bekannt sein. Dennoch erreichen wir den Earth Overshoot Day („Erdüberlastungstag“) jedes Jahr ein bisschen früher. Zu wenig wird noch immer für eine nachhaltige Entwicklung unseres Planeten getan und die Belastungen für unsere Erde und ihre Ressourcen werden immer stärker.

Der sogenannte Earth Overshoot Day wird alljährlich von der Nichtregierungsorganisation “Global Footprint Network” (GFN) berechnet und trat erstmalig in den 70er Jahren auf: Der weltweite Verbrauch natürlicher Ressourcen übertraf die Kapazitäten und damit die Regenerationskraft der Erde. Aufgrund des rasanten Anstiegs des individuellen ökologischen Fußabdruckes rückt der Earth Overshoot Day mit jedem Jahr ein bisschen näher an den Beginn des Jahres. In diesem Jahr ist die Erde bereits am ersten August „erschöpft“.

In anderen Worten: Heute haben wir die Ressourcen und Kapazitäten der Erde für dieses Jahr bereits verbraucht. Ursachen hierfür sind unter anderem die Überfischung, Entwaldung und die Abgabe von mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre, als unsere Ökosysteme aufnehmen können. Am ersten August fangen wir sozusagen an, eine zweite Erde zu „verbrauchen“. Am Ende des Jahres werden es 1,7 Erden sein.

Obwohl die Emissionen in Deutschland leicht sinken, gehören wir weltweit zu den größten Verschmutzern und stehen im europäischen Vergleich im Jahr 2017 mit insgesamt 904,7 Millionen Tonnen ausgestoßenen Treibhausgasen mit großem Abstand auf dem unrühmlichen ersten Platz.

Größter Treiber der Emissionen in Deutschland sind energiebedingte Emissionen. Die Umwandlung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdgas oder Mineralöl in elektrische oder thermische Energie war im Jahr 2017 für 85 Prozent der deutschen Treibhausgase verantwortlich. An zweiter Stelle der größten Emittenten steht der Mobilitätssektor. Alleine der Personentransport machte im Jahr 2016 rund 16 Prozent der Treibhausgasemissionen aus, denn in Deutschland besitzt mehr als jeder Zweite ein Auto.

Der sogenannte Cleantech-Sektor bietet viele Lösungen, um den Earth-Overshoot wieder weiter nach hinten zu verschieben.

So könnte eine zunehmende Anzahl von Elektroautos auf deutschen Straßen Abhilfe schaffen. Ein Elektrofahrzeug stößt beim derzeitigen Strommix je nach Verbrenner-Typ zwischen 16 und 27 Prozent weniger Klimagase aus.

Strom-Sharing, das von Unternehmen wie Sonnen angeboten wird, ist ebenfalls ein vielversprechender Ansatz. Die Idee dahinter: Erneuerbar erzeugten Strom zu teilen, um ihn allen zugänglich zu machen. Der bisher reine Konsument von Strom wird zum Prosumer, erzeugt eigenständig Strom und teilt ihn anschließend mit seiner Community.

Eine andere Idee verfolgt tado°. Mit intelligenten Heizungssystemen bietet das Unternehmen Kunden die Möglichkeit, Energie und Heizkosten zu sparen. Das Start-up findet damit eine Antwort auf den 30-prozentigen Anteil des globalen Energieverbrauchs, der allein durch das Heizen und Kühlen von Gebäuden entsteht.

Auch die Bundesregierung hat das Potential des Cleantech-Sektors erkannt und versucht, mit Hilfe verschiedener Fördermaßnahmen und der Schaffung der notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen den Umstieg auf saubere und nachhaltige Technologien zu beschleunigen.

Allerdings können und müssen wir als Gesellschaft auch eigen- und selbstständig etwas verändern. Wir alle sollten den Einfluss unserer individuellen Handlungen nicht unterschätzen. Jeder von uns kann dazu beitragen, den Earth Overshoot Day in den kommenden Jahren etwas später eintreten zu lassen.