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Von: Jessica Schulz An: Juli 06, 2017 In: Allgemein Comments: 0

Es ist viel los in Berlin. Während sich der Bürgermeister von Los Angeles in Berlin über die lokale Cleantech-Szene informiert, steht das Thema Eco Fashion im Mittelpunkt der aktuell in Berlin stattfindenden Fashion Week. Dies ist besonders erfreulich, da die Modeindustrie nicht gerade für ein nachhaltiges Image bekannt ist.

Eco Fashion – Das Thema der Berliner Fashion Week

Während das Thema Eco-Innovation schon länger auf der Agenda steht, hat ökologische Mode spätestens seit diesem Jahr den Modezirkus in der Hauptstadt erreicht. Seit Tagen spielen Presse, Funk und Fernsehen das Thema rauf und runter, wie z.B. die Berliner Morgenpost, der rbb-Radiosender Fritz oder der WDR.

Die Plattformen Greenshowroom und die Ethical Fashion Show bieten neben Shows auch Diskussionen, Vorträge und Aktionen rund um die Themen Nachhaltigkeit und Mode. Die Liste der nachhaltigen Labels wird immer länger, die Ausstellungsfläche wird in diesem Jahr noch vergrößert.

Ökomode kann sich sehen lassen

Ökomode – das klingt immer noch nach kratzigen, selbstgestrickten Pullis in Erdtönen, sieht tatsächlich inzwischen aber schicker aus, ist alltagstauglich und bezahlbar. Sowohl die Nachwuchsdesigner der Fashion Week, als auch bekannte Modeketten wie H&M und sogar Luxusmarken wie Louis Vuitton oder Dior haben den Nachhaltigkeitstrend für sich entdeckt, wie auch der Tagesspiegel kürzlich berichtete.

Von Greenwashing zur Eco Fashion-Bewegung

Ob wir das alles immer noch als Greenwashing und Marketing abtun können oder doch das Potenzial da ist, eine größere Bewegung in Fahrt zu bringen, wird sich zeigen.

Fakt ist: Auch wenn das Bewusstsein für faire und ökologische Mode in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem in den letzten fünf Jahren immer stärker geworden zu sein scheint, handelt ein Großteil der Modeindustrie immer noch mit umweltschädlicher, ungesunder Fast Fashion.

Konzepte der Kreislaufwirtschaft sind gefragt

Bei Eco Fashion geht es nicht nur um umweltschonende Materialien, wie Bio-Baumwolle, Kork oder sogar Algen – das Thema ist viel breiter. Auch effizientere Produktionsprozesse, ein fairer Umgang mit den Produzenten und Arbeitern sowie die Qualität und Langlebigkeit der Produkte, ein besseres Recycling von ausgedienter Kleidung oder Sharing-Konzepte werden überall diskutiert. Auch in der Modeindustrie sind die Ansätze der Kreislaufwirtschaft also angekommen.

Nichts kaufen ist auch (k)eine Lösung

Auch wenn die Modebranche schnelllebig ist, findet auch hier kein struktureller Wandel innerhalb einer Saison statt. Es braucht deshalb Persönlichkeiten wie die Designerin Vivienne Westwood, die die Branche ab und zu wachrütteln. Auf der Modemesse Bread & Butter rief Westwood vor einigen Wochen bei einer Paneldiskussion vor geladenen Gästen und Presse zum Konsumverzicht auf: Don’t buy anything this season!“ Es werde aus ihrer Sicht zu viel produziert, gekauft und wieder entsorgt. Damit sorgte sie für Furore.

Es ist vermutlich noch ein langer Weg, bis wir die Wegwerfmentalität der Fast Fashion wirklich hinter uns lassen und Hersteller, Händler und Konsumenten im großen Stil auf langlebige und umweltverträgliche Mode setzen.

 

Photo by Thomas Lohnes/Getty Images for Greenshowroom