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Von: Jessica Schulz An: August 10, 2017 In: Allgemein Comments: 0

Unbenannt2Mittlerweile ist es bei DWR eco zur Tradition geworden, sich jährlich bei einem sommerlichen Team-Event im Berliner Umland näher umzuschauen – eine Art Mix aus Information, Natur, Sport und Spaß. Dieses Jahr waren wir mit Bahn, Rad und Boot nördlich von Berlin rund um Rheinsberg unterwegs.

Blick in die Geschichte mit Fazit: Atomkraft – nein danke!

Da wir uns täglich mit der „neuen Energiewelt“ bzw. dem Umbau des Energiesystems beschäftigen, war es schon lange überfällig, sich mal mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Denn wer sich für steigende Anteile von erneuerbaren Energien einsetzt, sollte auch mal ein Atomkraftwerk gesehen haben, um sich eine solide Meinung bilden zu können.

Gänsehaut im Atomkraftwerk

Unbenannt2 KopieEin Besuch des Kernkraftwerkes Rheinsberg ist mitterweile sehr sicher. Die Anlage ging 1966 in Betrieb, wurde knapp 25 Jahre später wieder stillgelegt und wird seit 1991 nun rückgebaut. Im Laufe der Jahre hat sich das Unternehmen, das für den Rückbau zuständig ist, ein enormes Expertenwissen in Sachen Rückbau von AKWs angeeignet, das inzwischen weltweit gefragt ist. Wir hoffen, dass das Unternehmen auch in Zukunft mit der Stilllegung weiterer AKWs noch reichlich Aufträge erhält!

Unbenannt3Das Ausmaß der radioaktiven Strahlung, der Aufwand und die Sicherheitsvorkehrungen, die beim Rückbau betrieben werden, sowie die immer noch nicht gelöste Frage der Endlagerung des radioaktiv kontaminierten Materials sowie der Brennstäbe zeigen, dass der Bau von Atomkraftwerken womöglich nie eine „gute“ Idee waren. Spätestens bei der Führung durch die riesige Halle, in der vor wenigen Jahren noch die Reaktoren aktiv waren, bekommt man beim Gedanke an Tschernobyl oder Fukushima eine Gänsehaut.

Unbenannt4Trotz der gruseligen Bilder vor Ort wird einem bei der Führung durch das Gelände die Atomkraft immer noch als eine großartige Energieressource verkauft. Es wird sogar mit tollen Möglichkeiten für Nachwuchskräfte in einer zukunftsweisenden Industrie gelockt. Die sehen wir allerdings eher im Cleantech-Sektor.

Energiegeladen ging es weiter in die City von Rheinsberg

Nach dem Besuch des Kraftwerkes ging es mit dem Rad quer durch die Stechliner Landschaft nach Rheinsberg. Bei einer gemütlichen Bootstour über den Grienericksee bestaunten wir das Schloss Rheinsberg, die ehemalige Sommerresidenz von Friedrich II., bevor wir den Abend bei regionaler Küche beschlossen.

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Lesenswerte Berichte über den Rückbau des AKW in Rheinsberg brachten zum Beispiel die FAZ (2016)  und DIE ZEIT (2015). Zur Führung im AKW in Rheinsberg kann man sich hier anmelden.